iRechtschreibung

Januar 28, 2009

ipod2 Meine Frau hat sich einen neuen iPod gekauft – da sind sicherlich einige Dollar ins Design geflossen, aber anscheinen nichts mehr für eine anständige Übersetzung der Oberfläche übrig geblieben. Wenn das Gerät mit dem Rechner verbunden ist, weißt es jedes Mal darauf hin, dass man es doch bitte  “Vorm Trennen mit iTunes auswerfen” soll. Ich habe einmal gelernt, dass Umgangssprache nichts in der Bedienführung zu suchen hat, aber ich gehe davon aus, dass es bei Apple-Jüngern so vielleicht cooler ankommt (Vorm = umgangssprachlich für “vor dem” laut Duden).

Ich frage mich häufiger, gerade beim Lesen im Internet, warum sich sonst so wenige Menschen daran stören, dass viele Artikel, Berichte oder Texte fehlerhaft oder schlampig verfasst sind. Spricht man Leute darauf an, gibt es meist eine Antwort der Art “was willst du denn, ist doch lesbar” oder auch sehr beliebt bei Forenusern: “Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten”. In einem Forum ist es eventuell noch mäßig unwichtig, aber wenn ich die Bewerbungsmappen lese, die bei uns in der Firma in ähnlichem Deutsch verfasst ankommen, da graust es einem doch.

Tippfehler passieren sicherlich jedem, daran störe ich mich nicht bei Allerweltstexten, aber vielleicht dann, wenn es sich um die Anleitung eines teuren Produktes handelt. Viel nerviger sind Wortkreationen wie Standard mit t (Standart, vielleicht eine Kunstform), oder auch den gerne verwendeten Deppenapostroph (hier mit einer Gruselgallerie). Man hat das Gefühl, dass selbst die simpelste Rechtschreibprüfung in einer Textverarbeitung ignoriert wird, die 90% der übelsten Klopse abfangen würde.

Rechtschreibung und Grammatik gehören zum guten Ton wie Tischmanieren. Es ist dem Leser gegenüber doch irgendwie unfair, ihm oder ihr einen Text vorzuknallen, der dann ohne das Wahlpflichtfach Hieroglyphenkunde kaum zu verstehen ist.

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