Das moderne Notizbuch

Februar 3, 2009

In meiner kleinen Artikelserie zum Thema “Getting things done” (GTD) will ich ein bisschen auf die Hilfsmittel des Systems eingehen. GTD zielt darauf ab, den Kopf frei von Dingen (Stuff im englischen) zu bekommen und alle Gedanken, Aufgaben usw. schnellstmöglich zu notieren. David Allens Buch ist von 1991, damit schon ein paar Jahre alt und nicht ganz auf dem Stand der heutigen Technik. Er verwendet daher naturgemäß Notizbücher zur Speicherung von plötzlichen Eingebungen oder merkenswerten Dingen, da diese einfach zum damaligen Zeitpunkt die schnellste und einfachste Arbeitsweise darstellten. Merlin Mann hat dieses Konzept irgendwann zum Hipster PDA verarbeitet, ein Zettelblock für die Hosentasche, quasi das Gegenstück zum damals hippen Palm. Auch das Archiv ist ein konventioneller Aktenschrank mit alphabetischem Index, das Wiedervorlagesystem über Ordner realisiert.

Da ich doch eher ein technophiler Mensch bin, habe ich mich gefragt, warum das ganze nicht einfach auf elektronische Erfassung umstellen. Aufgaben verwalte ich sowieso in Outlook, ich würde mir also den häufigen Medienwechsel sparen. Vor einer ganzen Weile bin ich über Evernote gestolpert und will dies hier einmal vorstellen.

evernotelogo Evernote an sich kann per Browser erreicht werden, ist grundsätzlich erst einmal ein kostenloses online-Notizbuch. Klasse sind für mich die verfügbaren Clients, da ich nicht so der Fan von Webanwendungen bin. Auf meinen Rechnern ist Evernote für Windows installiert, auf meinem Handy benutze ich Evernote Mobile; eingegebene Daten werden bei allen Programmen mit dem online-Speicher abgeglichen und sind auf allen Geräten verfügbar.

Jeder Eintrag in Evernote besteht aus Titel und Inhalt, wobei dieser Text, Bilder, PDFs oder andere Anhänge enthalten kann. Alles wird volltextindiziert, sogar für Fotos übernimmt dies ein Texterkennungsprogram.

evernotedemo

Warum ist Evernote so cool? Die Eingabemöglichkeiten machen es für mich aus: Ich stolpere über eine Information auf einer Website – einfach auf den Capture-Button in Firefox klicken und schon habe ich eine Notiz. Ich spiele gerade Warcraft und will mir aufschreiben, wie die Taktik für einen bestimmten Gegner nach 10 Versuchen geklappt hat – Ctrl+Alt+N und eben kurz notieren. Ich stehe vor einem Laden und will mir die Öffnungszeiten merken – Handy raus, Evernote starten, neues Foto und schon habe ich den Schnappschuss des Schildes auf allen Rechnern verfügbar, ohne dass ich manuell Bilder rumkopieren muss, weil der Upload übers Datennetz automatisch funktioniert.

Das Abrufen der Informationen funktioniert ähnlich einfach, sowohl vom Rechner, als auch vom Browser oder dem Handy. Die Liste ist immer verfügbar und durchsuchbar. Man kann Tags vergeben, um Informationen zu gruppieren und sogar Notizbüchern anderen Nutzern (auch ohne Account) freigeben.

Klasse ist vor allem, dass das Programm und auch die Webanwendung so einfach gestrickt sind, dass jeder damit klar kommt. Man muss kein Freak sein (ok, für Handys mit Windows Mobile vielleicht ein bisschen), um das System verstehen und nutzen zu können. Nach ein paar Minuten kann es wirklich jeder verwenden.

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One Response to “Das moderne Notizbuch”

  1. [...] konsequent alles auf, was mir einfällt und potentiell wichtig ist oder werden kann (z.B. in Evernote). Ich bin ein Fan des Weekly Review und ich mag die Kontexte in meinen Aufgaben. Projekte halte ich [...]

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