Ich baue mir eine Wirtschaftskrise

Februar 6, 2009

Da ich mir vor gut 4 Wochen die Hand gebrochen hatte (ein Schornsteinfeger musste die Tür seines parkenden Autos unbedingt vor meinem Fahrrad öffnen und ich hab sie ihm ausgebaut :-) ), war ich heute morgen wieder einmal im Krankenhaus zur Nachkontrolle. Termin war um 10, gegen 13:45 habe ich die Klinik verlassen. Gut, sagen jetzt die meisten, ist ja normal – und genau das ist mein Problem.

382px-Roentgen-x-ray-von-kollikers-hand Ich kam um kurz vor 10 (also pünktlich!) an, habe mich an der Rezeption angemeldet. Ich wusste, dass ich auf jeden Fall geröntgt werden muss, es ging ja darum, ob der Gips entfernt werden kann. Wie immer wurde mir gesagt, dass ich doch im Wartebereich platznehmen sollte. Nach 1.5h war ich gerade aufgestanden, um mich zu beschweren als ich (wie immer übrigens durch einen lauten Ruf durch den ganzen Wartebereich) aufgerufen wurde. Also rein zur Ärztin, die in geschätzten 3.5 Sekunden die Gipsschiene abnahm und mir den Röntgenzettel unterschrieb. Den sollte ich wieder abgeben und auf Aufruf warten. Nach weiteren 10 Minuten kam ich dann dran, wurde geröntgt (Aufwand ca. 5 Minuten inkl. Hin- und Rückweg in den Raum) und wieder darum gebeten, Platz zu nehmen. 45 Minuten später bin ich wieder zur Rezeption gegangen und habe mich freundlich (wer mich kennt weiß, dass ich wirklich eklig werden kann, aber ich wollte ja noch behandelt werden) beschwert, dass ich immer noch nicht dran war. Die Dame dort empfahl mir, doch mal am Röntgenzimmer zu klopfen und nachzufragen, was mit meinem Bild los sei. 3 Minuten klopfen brachten 0 Ergebnis, war wohl keiner da. Gut, vielleicht war mein Bild dermaßen interessant, dass man es per Hand abmalen musste, aber naja. Zum Glück für die Dame an der Rezeption kam zufällig meine Ärztin vorbei, die dann einmal in ihrem Zimmer nachsah und meine Bilder dort fand. Professionelles Nicht-Benachrichtigen bringt auch das gewünschte Ergebnis. Die Diagnose sah gut aus, die Behandlung hatte funktioniert, ich war sozusagen entlassen. Auch hier habe ich noch einmal freundlich nachgefragt, warum die ganze Prozedur so unendlich lange und ineffektiv abgelaufen ist. Sie hat sich entschuldigt und es mit der ständig wechselnden Rezeption erklärt. Bei der stand ich dann nochmal 10 Minuten für den Papierkram an und verlies das Haus.

In Summa etwa 15 Minuten Behandlung und Papierkram, 3:30h sinnloses rumwarten.

Die Schilderung entspricht übrigens ungefähr auch meinen drei vorherigen Besuchen in der Klinik, nur hat es sonst “nur” 2 Stunden gedauert. Die Erklärung Einzelfall fällt also aus.

Ich frage mich ernsthaft, ob es einen effektiveren Weg gibt, Geld und Arbeitszeit zu vernichten. Meine Mutter arbeitet im gleichen Krankenhaus, ich kenne also die Hintergründe einigermaßen. Warum stellt man nicht morgens einfach mal für 15 Minuten jemanden dort hin, der alle angemeldeten Patienten für den Tag checkt, und VORHER die Röntgenpläne macht (klar, Notfälle kommen immer mal dazwischen, aber in über 3h kann man reichlich Leute dort durchschleusen, jedenfalls ca. 10x so viele, wie an diesem Morgen im Wartebereich waren) und die notwendigen Unterschriften einholt. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, meinen Termin einzuhalten. Wenn ich also gesagt bekomme, ich habe um 10 einen Termin, bin ich um 10 da. Was mich echt ankotzt, ist wegen Leuten, die ihren Termin nicht halten können und später eingeschoben werden, warten zu müssen. Bitte bestraft doch die Bremser, nicht die anderen.

Dann kommt die Ausrede, die Ärzte sind überarbeitet – klar sind die das, wenn jeder Scheiss-Billig-Gips von denen mit der Schere eigenhändig aufgeschnitten wird, wenn das jeder Krankenbettschieber auch kann.

Fazit: Klar haben die Ärzte zu tun; ich kann mich auch über keinen Mediziner beschweren, der mich in den 4 Wochen behandelt hat, dass er seinen Job nicht gut und bemüht gemacht hat – ABER TUT VERDAMMT NOCHMAL ETWAS GEGEN DIESE UNFÄHIGEN VERWALTUNGSHEINIS!

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