Die Besprechungslüge

Februar 20, 2009

Wer kennt das nicht? Immer wieder rufen einem im Büro Leute an, die ganz wichtige Dinge wie beispielsweise Druckerpatronen oder Papierhandtücher verkaufen wollen (die ehrlichen), oder Leute, die direkt nach dem Geschäftsführer fragen und auch auf Nachfrage ihr Anliegen nicht preisgeben wollen (die Lügner). Wenn an meinem Apparat solch eine Callcenter-Katastrophe dran ist, beende ich das Gespräch zu 99% direkt mit einem höflichen “Danke, kein Interesse” und lege auf, völlig egal, was mir angedreht werden soll.

Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe ist, wenn die Anrufe bei einem Kollegen/einer Kollegin landen und bei der Frage nach dem Chef dann gesagt wird, dieser sei in einer Besprechung, derzeit nicht zu sprechen und man solle doch nächste Woche noch einmal anrufen. Oder bei den Verbrauchsgüterangeboten die Aussage, dass man nächsten Monat sich melden soll, da bestehe vielleicht Bedarf. Warum macht man sowas bei offensichtlich absolut uninteressanten Angeboten? Hat man Angst, ein ganz tolles Angebot zu verpassen? Traut man sich nicht, ein eigenes Urteil über eine Offerte zu bilden und hofft, bis zum nächsten Anruf zufällig vom Vorgesetzten eine Bemerkung zum Thema eingefangen zu haben? Sind die Leute einsam und reden gerne mit Callcenter-Mitarbeitern? Beim letzten Punkt gebe ich ja durchaus zu, dass dies seinen Reiz haben kann – allerdings nur wenn ich schlechte Laune habe und mal Dampf an einer unschuldigen Person ablassen mag ;-)

Meine Empfehlungen zu Drückeranrufen

  • Kurz und knapp mitteilen, dass man kein Interesse hat und sich auf überhaupt keine Diskussion einlassen
  • Wenn der Anrufer nicht seriös genug ist, auch nach Nachfrage sein Anliegen zu schildern, ohne Kommentar auflegen
  • Kein Mitleid mit Callcenter-Anrufern – ja, es ist ein Scheißjob. Aber nur wenn deren Leidensdruck hoch genug ist, bekommt es auch deren Chef mal mit, wenn nichts verkauft wird
  • Wird man gar zu Hause angerufen, nach Namen und Firma fragen und Anzeige androhen. Private Drückeranrufe sind strafbar (ob man das dann durchzieht, ist fast egal, der Eindruck macht´s), eine aktuelle Beispielliste gibt es z.B. hier
  • Hat man mal keine gute Laune, den Spieß umdrehen: Auf die Frage “haben Sie Interesse an x”, einfach mal mit “Nein, aber können Sie vielleicht unser y gebrauchen?” antworten. Man glaubt nicht, wie verdutzt das andere Ende der Leitung oft reagiert. Das hebt die eigene Laune oft deutlich. Mit der Profivariante der Checkliste, macht das sogar noch mehr Spaß

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