Gut geklaut ist halb verloren
Heute war wieder so ein Aufreger-Tag: ich habe den halben Tag bei einem Kunden verbracht, dort brauchte eine Entwicklerin Notes-Wissen von mir. Es ging um eine kleine Erweiterung einer Anwendung, die ich vor einer Weile geschrieben hatte. Anstatt nun aber den einfachen Weg zu gehen, und sich erklären zu lassen, wie man die Erweiterung am effektivsten bastelt, hatte sie schon Code aus einer anderen Anwendung übernommen, den sie allerdings nicht ganz verstand – ich auch nicht, denn Kommentare waren Mangelware und auch dieser übernommene Code augenscheinlich schon aus x Quellen zusammenkopiert. Man hätte nun das ganze wegwerfen und neu anfangen können, aber da hier nun schon von ihrer Seite zu viel Arbeit reingeflossen war, musste es nun fertiggestellt werden. Kostete 6h Arbeit, die eigentlich in 2h erledigt sein konnte. Gut, mir egal, ich wurde nach Zeit bezahlt.
Warum machen es sich Programmierer so schwer und kopieren Code hirnlos zusammen, nur um nicht selbst nachdenken zu müssen? Ich spreche nicht davon, mal 1-2 Routinen irgendwoher zu organisieren, zu verstehen und für das eigene Projekt zu übernehmen, sondern von kompletten Codeteilen, die ohne die Wirkungsweise zu kapieren zusammenkopiert werden. Natürlich ohne die Kommentare anzupassen, vielleicht einen Verweis auf das Original zu hinterlassen. Geht halt schnell denkt man sich, macht das so immer wieder und erhält ein Konglomerat aus Krempel.
Bis dann irgendwann der Fehlerteufel zuschlägt und jemand sich beschwert, dass die Anwendung nicht läuft. Dann höre ich gerne den Satz “Das habe ich vor 4 Wochen geschrieben, keine Ahnung, warum es nicht funktioniert. Ist zu lange her.” – Das ist dann genau der Zeitpunkt, an dem man sich entspannt zurücklehnt und einfach genießt, wie sich der “Das machen wir schnell mal so”-Kollege aus der Affäre winden muss. Ja, ich gestehe, dass ich dann keine Hilfe anbiete und ein Arsch bin.
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[...] Nach ordentlich Abwägung war die Sachlage für mich klar: wenn ich etwas mache, dann richtig und so, dass ich mit dem Ergebnis leben kann und mich nicht dafür verstecken muss. Option 3 ist der einzig gangbare Weg, auch wenn dies bedeutet, dass einige technische Spielereien, die die importierten Bibliotheken für mich hätten erledigen können, jetzt wegfallen werden und außerdem die Programmierarbeit eines Tages hinfällig wird. Siehe dazu auch meinen Artikel von hier. [...]