Pünktlichkeit = Höflichkeit und Stärke
Auf imgriff ist gerade ein Artikel zum Thema Pünktlichkeit erschienen, der mich dazu inspiriert hat, auch einmal meine Gedanken zum Thema niederzuschreiben.
Für mich ist Pünktlichkeit einfach eine Art der Höflichkeit. Wenn ich eine Verabredung habe, egal ob geschäftlich oder privat, dann sehe ich zu, dass ich zur verabredeten Uhrzeit auftauche. Das hat nichts mit pedantisch zu tun, sondern einfach damit, dass ich betonen will, dass mir ein Termin und damit auch der Partner meiner Verabredung wichtig ist. Gerade bei geschäftlichen Verabredungen oder Besprechungen gibt es viele Leute, die es mit den Uhrzeiten nicht so genau nehmen und mit einer Entschuldigung der Art “ich habe so viel zu tun” zu spät kommen, teils sogar deutlich. Aus meiner Sicht zeigt dies, dass man ein Thema für eine Unterhaltung entweder nicht ernst genug nimmt, oder sich selbst für so wichtig und geschäftig hält, dass man den anderen halt einmal warten lassen kann. Es wird dabei allerdings nicht bedacht, dass man durch seine eigene Rücksichtslosigkeit allen Wartenden Zeit stiehlt, sie zur Unwichtigkeit degradiert.
Pünktlichkeit zeigt, dass man ein Gespräch für wichtig erachtet, sich extra Zeit nimmt und seinen Arbeitstag selbstverantwortlich so planen kann, dass auch eine Besprechung darin Platz hat. Permanente Unpünktlichkeit ist ein Zeichen von Unorganisiertheit und Schwäche – man lässt sich durch Dinge aufhalten, die man anders hätte einplanen oder erledigen können. Wenn etwas wirklich unvorhergesehenes eintritt, sagt man einen Termin ab oder verschiebt rechtzeitig. Eine Verschiebung, die dazu führt, dass man den Termin zu einem anderen Zeitpunkt ohne Hetze und konzentriert durchziehen kann ist immer besser, als zu spät zu kommen und ein vielleicht wichtiges Thema nicht in Ruhe besprechen zu können.
Im privaten Bereich gilt das für mich ebenso. Wenn ich eine Verabredung zu einer bestimmten Uhrzeit mit einer Freundin oder einem Freund habe, bin ich pünktlich. Kommt es wie bei einer Party oder dem abendlichen Gang zum Billardspielen nicht auf ein paar Minuten an, mache ich dies schon bei der Verabredung deutlich “ich bin gegen acht, halb neun da” oder “heute Nachmittag schaue ich bei dir vorbei”. Wichtig ist nur, dass beide wissen, dass es keine Verabredung auf die Minute ist.
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