Tipps zur Stressreduzierung #2: Lernen, nein zu sagen

Juni 1, 2009

Im zweiten Teil meiner kleinen Serie will ich auf ein ganz einfaches Mittel zur Reduzierung von Stress eingehen – nicht immer “ja” sagen.

Produktive Menschen werden irgendwann auch als produktiv und effektiv angesehen. Damit geht einher, dass man immer mehr Aufgaben übertragen bekommt, weil man dafür bekannt ist, diese auch zu erledigen. Man erreicht also durch die Steigerung der Produktivität oder Effektivität das Gegenteil von dem, was man eigentlich will – weniger Hektik, mehr Freiheit.

Ein Weg, dem zu entgehen, ist zu lernen, dass man nicht alles selbst erledigen kann und soll. Man muss lernen, nein zu sagen. Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass man jeden Job, jede übertragene Aufgabe, jede Kleinigkeit ablehnen soll. Wichtig ist, dass man sich zumindest zum Teil aussucht, welche Aufgaben man erledigt. Weiterhin muss man erkennen können, wann eine Aufgabe wirklich so dringend ist, dass sie sofort erledigt werden muss. Im Beruf geht dies natürlich nicht immer, man kann seinem Chef nicht einfach sagen “Nein, die Aufgabe mache ich nicht”.

Um überhaupt die Möglichkeit zu haben, Aufgaben abzulehnen oder auch nur zeitlich anders einzuplanen, muss man so zuverlässig arbeiten, dass es möglich ist, über Zeitpläne zu verhandeln. Wenn man zusagt, dass man die Aufgabe übernimmt, sie aber erst zu einer anderen Deadline fertigstellen kann, sollte man diesen neuen Zeitpunkt auch einhalten.

Man muss auch nicht jede Kleinigkeit sofort erledigen, die zwischen Tür und Angel erwähnt wird. Oft erscheint eine Sache flüchtig dringend, relativiert sich aber, wenn man ein paar Minuten in Ruhe darüber nachdenken kann.

Auch muss man Aufgaben nicht immer persönlich erledigen, sondern kann durchaus auch Dinge abtreten. Dies bedeutet nicht, dass man diese geringschätzt, sondern man gibt auf diese Art anderen die Chance, positiv aufzufallen.

Und der vielleicht wichtigste Punkt beim nein-Sagen ist: Bei der Wahrheit bleiben und sich auch nicht dafür schämen, dass man ablehnt. Wer seinen Kollegen, Freunden oder Familienmitgliedern glaubwürdig erklären kann, warum er oder sie eine Aufgabe ablehnt, wird dafür im Regelfall keine negativen Konsequenzen spüren, sondern eher das Gegenteil.

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