Heaven & Hell in Gießen
“Mob Rules” donnert als erstes Stück durch die Hessenhalle in Gießen und es ist direkt klar – das hier ist kein Kinderfasching. Heaven & Hell (alias Black Sabbath in Besetzung mit Dio, Appice, Butler und Iommi) machen direkt deutlich, wer in Sachen basslastiger Metal die Vorreiter sind. Die Drums von Appice sind knackig tief abgestimmt und der Bass von Geezer Butler tut sein übriges, um die Luft vibrieren zu lassen. Über die Gitarrenparts vom Meister Tony Iommi braucht man eh kaum ein Wort zu verlieren und Ronnie James Dio als DIE Stimme des Metal ist, wie eigentlich immer, in perfekter Verfassung und trifft gutgelaunt jeden Ton genau so, wie er soll.
Der gestrige Abend begann mit einer Vorband, die bei mir nicht wirklich hängengeblieben ist, nicht mal der Name. Die Stücke waren netter Rock, aber so beliebig, dass man nicht gemerkt hat, dass eines zu Ende und das nächste begonnen hat.
Danach kam Axel Rudi Pell mit Band auf die Bühne, der oft als der deutsche Ritchie Blackmore bezeichnet wird. Obwohl das 45 Minuten Set eine gute Auswahl an Stücken bot, ist der Funke aufs Publikum nicht wirklich übergesprungen. Vielleicht hat es daran gelegen, dass die Songs von Johnny Gioeli anders intoniert wurden, als man sie von CD kannte und auch sonst ein paar ungewohnte Mischungen und Tempiwechsel eingestreut wurden. Meiner Meinung nach wäre ARP besser bedient gewesen, wenn er einfach ein Programm aus “normal” gespielten Klassikern zusammengestellt hätte.
Punkt 21:45 kamen dann Heaven & Hell, der Mixer hinter uns war auf jeden Fall total überrumpelt und brauchte noch etwas, um seine Brille zurechtzurücken und sich zu sortieren. Vielleicht lag es auch daran, dass zwischendurch ein paar Lautstärkeschwankungen zu hören waren; egal. Das Programm war ein klasse Mix aus der Dio-Ära von Black Sabbath, jetzt ergänzt durch neue Stücke der aktuellen CD “The devil you know”. Es gab nicht einen Durchhänger bis dann die knapp 20 Minuten lange Version von Heaven & Hell den Ausklang des Konzerts ankündigte. Als Zugabe gab’s dann noch Neon Knights in XL, bis das Publikum zufrieden nach Hause gehen konnte.
Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass sich nahezu jede aktuelle Band, die Düstermetal spielt, in Sachen druckvollem Sound und Stimmung eine Scheibe bei den Herren von Black Sabbath abschneiden können. Immer noch sensationell!
Die Setlist war:
- E5150
- Mob rules
- Children of the sea
- I
- Bible black
- Time machine
- Drum solo
- Fear
- Falling off the edge of the world
- Follow the tears
- Die young
- Heaven & Hell
- Country girl/Neon knights
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