Das Produktivitäts-Paradoxon
Seit ich mich etwas ernsthafter mit dem Thema Produktivität befasse, fällt mir immer mehr auf, wie hektisch gestresst viele Leute bei der Arbeit oder auch ihrem Leben generell wirken. Wie oft ist es mir schon passiert, dass der Kollege ein paar Meter weiter eine Mail an mich schreibt und 2 Minuten später beim vorbeiwetzen fragt, ob ich die Mail bekommen habe – <ironie> wo ja bekannt ist, dass 80 % aller Emails direkt beim verschicken verdunsten </ironie off>. Auch sehr beliebt ist das demonstrative Gähnen und die Mitteilung, dass man am Tag vorher bis nachts im Büro gesessen hat – kann ich da etwas für?
Für mich geht es bei dieser ganzen Sache darum, die gleichen Arbeiten in kürzerer Zeit und mit weniger Hektik zu erledigen. Ich bin stolz darauf, dass mein Überstundenkonto überschaubar ist und meine Projekte doch im Regelfall im Zeitplan fertig werden. Ich verzichte nicht auf Pausen und denke, dass ich auch oft mal außer der Reihe jemandem helfen kann, ohne gleich ins Hintertreffen zu geraten.
Auf kvet.ch habe ich dafür eine ganz interessante Bezeichnung gefunden, das Produktivitäts-Paradoxon (obwohl dies eigentlich anders belegt ist, passt es dennoch perfekt). Menschen, die sich organisieren können, haben mehr Zeit und weniger Stress, erscheinen anderen aber daher oft als Nichtstuer, da sie nicht die offensichtliche Betriebsamkeit ausstrahlen.
Und ja, ich habe ein Problem damit, dass oft nach dem Dilbert-Prinzip verfahren wird. Mich nervt es, dass Arbeit oft nach Stunden und nicht nach Erfolg bezahlt wird. Es stinkt mir, dass oft der größte Schreihals zuerst bedient wird.
Aber was mir viel wichtiger ist, sind die Menschen, die meine Arbeit oder mein Dasein wirklich wertschätzen. Dazu gehören wenige aus meiner Familie, die meisten meiner Freunde und ganz ganz wenige Kollegen. Ich denke, das diejenigen wissen, wen ich meine.
So, genug getextet. Ich hoffe, es lässt sich keiner durch diesen Post von seiner Bahn abbringen, demnächst findet ihr mich sicherlich wieder mit mehr positiver Energie hier (was man bei der Bildersuche nach “Frust” so alles findet, kann ja fast schon wieder aufmuntern)
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