Mein Twitter – Fazit

Juni 30, 2009

Mein Testmonat bei Twitter ist um und es wird somit Zeit, ein Fazit zu ziehen. Vor gut einem Monat kam ich ahnungslos, nur mit den Infos der großen Websites bewaffnet in der Twitter-Community an und habe versucht, das ganze zu verstehen. Was bringt Millionen von Menschen dazu, teils im Minutenrhythmus ihre Aktivitäten in 140 Zeichen zu fassen und jedem mitzuteilen? Ganz ehrlich – ich weiß es immer noch nicht. Vielleicht liegt die Faszination ja darin, dass man mit den großen des Showbusiness einen Dienst teilt und hofft, dass ein einziger tweet direkt beantwortet wird und man damit Anerkennung im Freundeskreis erreicht.

Was ich durchaus verstehe ist, dass viele Website-Betreiber oder generell Unternehmen den Dienst nutzen, um Marketing für ihre Produkte zu betreiben. Und es scheint ja ähnlich wie bei YouTube das virale Marketing zu funktionieren. Es ist eigentlich wie immer: es wird so lange klappen, wie die Leute darauf hereinfallen oder es auch bewusst nutzen. RSS-Feeds waren als Technik für News-Updates einfach zu kompliziert für Otto-Normal-User, twitter scheint es in dieser Hinsicht besser zu machen (obwohl alle Clients, die ich probiert hatte eine bedientechnische Katastrophe waren). Selbst der Produktivitätsgott David Allen kann sich der Werbewirkung nicht entziehen, obwohl es doch gerade für ihn ums Abschalten von der ständigen Newsberieselung geht.

Ebenso scheint sich in den Köpfen der Leute spätestens seit der Notlandung in New York die Idee festgesetzt zu haben, dass man nur durch twitter an die aktuellsten News kommen kann. Ich hätte zum Beispiel auch durch twitter vom 4:0 der deutschen U21 erfahren, hätte ich in dem Moment meinen Rechner angehabt. Habe ich aber nicht, es war die Tageszeitung heute morgen, die mir diese Nachricht überbracht hat – den tweet von rheinzeitung habe ich heute dann im Büro von meinem Client nachgereicht bekommen.

Ich denke, es kommt immer noch auf den Menschen selbst an, was er aus einem angebotenen Dienst macht. Ist man sowieso ein News- und Klatsch– Liebhaber, hat früher die einschlägigen Magazine gelesen, ist dann über facebook oder myspace zu twitter gewandert, findet man sicher, was man sucht. Mein Bekanntenkreis war schon immer etwas kleiner, ich habe nie jedem meine Lebensgeschichte erzählt noch interessiert mich, was 90 % der sogenannten Promis so treiben; ich ziehe einfach einen geringen Nutzen aus so etwas. Die Konsequenz ist also: abschalten. Mein Account wird gelöscht, der Client deinstalliert und der Link in der Sidebar kommt auch wieder raus.

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