Todo-Listen sagen mir, was ich gerade nicht tun muss
Wie oft habe ich es schon gehört: “Meine Liste mit todos ist zu lang, ich weiß gar nicht, was ich machen soll.”. Dies passiert vielen, wenn sie mit einem Organisationssystem anfangen, oder sich das erste Mal damit befassen. Man hat zwar alles soweit aufgelistet und sortiert, aber wird von der Menge der zu erledigenden Punkte schlicht erschlagen. Es gibt zwar viele Tipps, wie man seine Liste kürzen, priorisieren oder sonstwie bearbeiten kann, das Problem bleibt aber bestehen.
Hier kann man sich aus meiner Sicht nur durch einen anderen Blickwinkel auf eine Liste aus der Misere befreien. Keine todo-Liste ist dafür da, um zu einem bestimmten Zeitpunkt komplett abgearbeitet zu sein; sie ist eine Hilfe, um zu wissen, was man tun kann oder soll. Dinge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein müssen, werden mit Datum versehen und beispielsweise in den Kalender übertragen. Zwischen allen anderen Punkten, die auf einer Aufgabenliste stehen, sollte man frei entscheiden können, je nach verfügbarer Energie oder Hilfsmitteln (Computer in Reichweite, Telefon vorhanden). Versucht, eine Liste als positives Hilfsmittel zur Auswahl der Aufgabe zu sehen, die man gerade im Moment am liebsten oder effektivsten erledigen kann.
Eine Liste soll helfen, die Aufgaben, die man erledigen sollte, aus dem Kopf in ein verlässlicheres System zu bringen. Die nächste Stufe ist, dem Kopf dann beizubringen, dass die Liste nicht wie ein Kopf behandelt werden muss und man keine Angst vor der Menge der Punkte haben muss. Erreicht man das, dann ist ein viel entspannteres Arbeiten möglich, weil man einen Vorrat als Auswahl möglicher Aufgaben hat, und eben nicht gezwungen wird, einen fest vorgegebenen Task zu erledigen. Ich mag diese Freiheit ohne feste Prioritäten mir nach Lust und Energie die Arbeit auszusuchen.
Merke: es geht nicht darum, alles zu erledigen, sondern zu wissen, was man gerade nicht erledigt und sich dabei gut zu fühlen!
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