Einfache Wege zum richtigen Backup – Teil 1
Datensicherungen sind wichtig, ich denke hier sind sich die meisten Leute einig. Und ich rede hier nicht nur über Sicherungen von Firmendaten, sondern um die unzähligen privaten Bilder oder Urlaubsvideos, die Musikdateien aus dem Online-Shop, die elektronischen Rechnungen und Garantieunterlagen, oder die Daten der letzten Steuererklärungen. Fragt man sich nur, warum es kaum einen Privathaushalt gibt, der sich über eine Backup-Strategie Gedanken gemacht hat. Welche Gründe gibt es dafür und wie kann man ein effektives und einfaches Backup einrichten. Dazu will ich eine kleine Artikelserie schreiben, an deren Ende hoffentlich jeder Nutzer unabhängig von seinem Computerwissen ein funktionierendes System für sich gefunden hat. Teil 1 beschäftigt sich damit, warum ein Backup Sinn macht, bzw. was die Ausreden sind, keines zu machen.
Nur Schussel schrotten Daten, ich weiß was ich tue
Erschreckenderweise machen viele Menschen, die beruflich mit Rechnern zu tun haben, privat keine Backups nach dem Motto: ich weiß was ich tue, ich verliere keine Daten. Dazu kann ich nur zwei Anekdoten erzählen, die in meinem Bekanntenkreis passiert sind:
Meiner Frau ist am letztes Tag eines Urlaubs ihr Netbook heruntergefallen; nur 20 cm. Das Gerät war schadfrei aber die Platte hatte einen Headcrash, war unbrauchbar. Zum Glück hatten wir eine Sicherung von vor ein paar Tagen. Also neue Platte gekauft, Sicherung zurückgespielt und alles war bestens. Hat inklusive Einkauf keine 2 Stunden gedauert.
Ein Freund von mir ist auf die Idee gekommen, seine bisher einzelne Platte in einen Raidverbund zu integrieren. Das Ergebnis nach dem Raidaufbau waren 2 halbe, geschrottete Festplatten. Er hatte kein Backup und die Urlaubsbilder der letzten Jahre waren weg.
Letzte Woche bin ich von Vista auf Windows 7 umgestiegen. Vorher ein komplettes Backup gezogen und dann direkt installiert. Wenn ich jetzt noch eine alte Datei vermisse, dann hole ich mir die einfach aus dem Backup, völlig stressfrei also.
Die Statistik von OnTrack sagt zu den Ursachen von Datenverlusten übrigens folgendes:
- 59% Hardwarefehler
- 29% Anwenderfehler
- 9% korrupte/beschädigte Software
- 2% Computerviren
- 2% Sonstiges
- 2% Höhere Gewalt und Naturkatastrophen
Ich habe keine wichtigen Daten
Wie schon oben aufgezählt, glaube ich das nicht. Wir haben alle wichtige Daten auf unseren Rechnern, wir müssen die Wichtigkeit nur realistisch einschätzen. Der letzte highscore im Computerspiel ist sicherlich eher unwichtig, die Urlaubsbilder haben aber zumindest einen hohen emotionalen Stellenwert. Lädt man Emails auf einen lokalen Client herunter, sind eventuell sogar Vertragsabschlüsse nur lokal auf dem eigenen Rechner gespeichert. Ich behaupte, jeder Computernutzer hat irgendwo Daten liegen, die er auf keine Fall verlieren will; und wenn es nur die “Eigenen Dateien” eines Windows-Users sind.
Ich weiß nicht, was ich sichern soll
Dies ist kein einfaches Thema. Die meisten User denken, dass ein Backup kompliziert ist – dem ist aber nicht so. Es kommt darauf an, wie und was man sichert und wie man sich darauf vorbereitet. Ohne auf die technischen Möglichkeiten einzugehen, kann man sich vorab schon Gedanken über eine einfache Sicherung machen: wo liegen meine Daten? Wenn man alle persönlichen Daten beispielsweise unter dem eigenen Benutzerverzeichnis speichert, dann hat man nur einen Ordner, über den man sich Sorgen machen muss. Ich nenne das die 1-Ordner-Strategie. Gewöhnt euch ab, wichtige Dateien auf dem Desktop zu speichern, sondern sortiert alles aufhebenswerte direkt in einen Ordner ein. Zu Hause weiß ich ja auch, dass ich einen Schrank mit den wichtigen Unterlagen zu Versicherungen, Haus und Auto habe, warum nicht auch das gleiche Konzept bei seinem Computer fortführen?
Sicherungen sind teuer
Darauf werde ich in einem späteren Teil noch genauer eingehen, aber im Grunde genommen kann man die These ganz einfach widerlegen: mein aktuelles Notebook hat eine 150GB Festplatte, die zu ca. 50% voll ist. Wenn ich diese komplett sichern will (was ich nicht unbedingt brauche, da ich ja weiß, dass nicht alle Daten superwichtig sind), kann ich dies mit einer externen Festplatte machen, die mich unter 30€ kostet. Inzwischen sind 500GB teilweise für unter 50€ erhältlich. Spezielle Software ist in der einfachsten Form nicht notwendig, man kann die zu sichernden Dateien einfach kopieren. Außerdem ist bei vielen externen Festplatten sogar ein Sicherungsprogramm dabei.
Wer Sicherungen für teuer hält, wird über die Preise professioneller Datenrettungsunternehmen aber mit den Ohren schlackern. Nur für die Diagnose, nicht für die Datenrettung, werden bei einer Raidplatte, wie sie heute in vielen Rechnern zu finden ist, locker 500€ fällig.
Sicherungen sind zeitaufwändig
Auch dieses Argument greift nicht, wenn man sich überlegt, was man sichern will. Ist es wichtig, das komplette Betriebssystem zu sichern? Eher nicht, das kann man neu installieren. Mit der 1-Ordner-Strategie hat man nur einige wenige Daten, die wirklich sichernswert sind und die sind schnell kopiert. Auf einem aktuellen Rechner kann man davon ausgehen, dass selbst mehrere hundert Gigabyte in unter einen halben Stunde komplett gesichert sind.
Teil 2 der Serie wird sich damit beschäftigen, wie man seine Daten auf einfache Weise lokal sichert und wiederherstellt, ohne große Kosten- oder Zeitinvestition
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