Einfache Wege zum richtigen Backup – Teil 2

November 24, 2009

Im ersten Teil dieser kleinen Serie habe ich versucht zu ergründen, warum so viele Leute trotz besserem Wissen keine Sicherung ihrer wichtigen Daten machen. In diesem Teil geht es jetzt darum, auf einfache Weise eine Backup-Strategie zu entwickeln und dann umzusetzen.

Was soll man sichern?

Bevor man sich ohne zu überlegen irgendein Programm kauft, einen teuren Vertrag abschließt, oder sich mit Festplatten eindeckt, sollte man sich überlegen, was und wie man sichern will. Soll man immer alles sichern, oder reichen einige strategisch ausgesuchte Daten aus? Ich bin der Meinung, dass man mit der “immer alles”-Strategie am einfachsten fährt, allerdings ist hier der technische oder finanzielle Aufwand oft höher. Ich werde daher hier zuerst einmal auf die selektive Sicherung eingehen, Empfehlungen für die Komplettsicherung werde ich in einem folgenden Teil bringen.

Inventur machen

Für eine Teilsicherung muss man wissen, wo seine Daten liegen. Hier hilft die “1-Ordner-Strategie”: alle wichtigen Dateien in einem, klar definierten Ordner ablegen, unter Windows beispielsweise unter “Eigene Dateien” oder in Neudeutsch, dem “Persönlichen Ordner”. Alle Dateien, die irgendwo auf der Festplatte, auf dem Desktop oder sonstwo herumliegen sollten in diesem einen Ordner in Unterordner einsortiert werden. Macht man dies konsequent, erwischt man bei einer Sicherung schon einmal 90%.

Nun gibt es aber noch Dateien, die nicht so einfach aufzufinden sind. Einstellungen des Email-Programms, die Savegames des aktuellen Lieblingsspiels und anderes. Hier hilft erst einmal eine Inventur und dann soweit möglich die Verlagerung. Dazu am besten einmal das Startmenü öffnen und die installierten Programme durchsehen. Hat man in eines dieser Programme viel Energie beim Konfigurieren gesteckt? Wenn ja, einmal schauen, ob man den Speicherort für die Konfigurationsdateien festlegen kann und diese in den “Persönlichen Ordner” verlegen. Lässt sich die Konfiguration nur schwer finden, kann man auch einmal schauen, ob das fragliche Programm vielleicht ein Backup der Einstellungen erlaubt. Thunderbird (der kostenlose emailer) ist hierfür ein schönes Beispiel. Die Konfigurationsdateien liegen tief im System verborgen, man kann aber mit mozbackup sehr einfach eine Sicherung im 1-Ordner-Ordner erzeugen.

Zweitens kann man sich bei diesem Schritt einmal notieren, welche Programme man aktuell auf dem Rechner installiert hat. Dazu reicht eine einfache Textdatei völlig aus. Dies hilft bei einem Totalcrash oder einer Neuinstallation weiter, da man zielgerichtet nur die wichtigen Programme neu installiert oder herunterlädt.

Zeitplan bestimmen

Eine Sicherung hilft nur dann, wenn sie auch aktuell bleibt. Man sollte sich einen Eintrag im Kalender machen, der einen beispielsweise einmal in der Woche oder einmal im Monat daran erinnert, die Sicherung durchzuführen. Optimal ist natürlich eine zeitgesteuerte Sicherung, über die man nicht nachdenken muss. Darauf werde ich ebenfalls in den weiteren Teilen eingehen. Eine Sicherung, die ein Jahr alt ist, hilft meist eher nichts. Daten von der letzten Woche zu restaurieren, gelingt oft noch leidlich gut.

Neben dem Zeitpunkt für die Sicherung ist auch wichtig, dass man weiß, wie lange man die Daten aufheben sollte. Niemals mit einer Sicherung die letzte Sicherung überschreiben. Privat reicht es oft aus, dass man zwei Sicherungsmedien hat (beispielsweise 2 USB-Sticks), die man abwechselnd beschreibt. So hat man immer noch einen Puffer, um an ältere Daten zu gelangen. Professionelle Sicherungssysteme nutzen eine Rotation, die in mehreren Stufen bis zu Jahren zurückreicht.

Die ganz billige Einzelplatzlösung (für Windows 7 + Vista)

Jetzt aber ans eingemachte, nachdem ich doch noch einen Ausflug in die Theorie gemacht habe: Unter Windows Vista und Windows 7 kann man in die Textbox des Startmenüs “sicherung” eintippen und erhält dann die folgende Auswahl und kann das Windows Backup und Restore Center öffnen.

Sicherung

Im dann folgenden Dialog klickt man auf “Sicherung einrichten”. Man bekommt dann per Assistent eine Liste aller Laufwerke angeboten, auf denen man sichern kann (USB-Sticks, Festplatten, CD-Brenner, oder Netzwerkordner …) und wählt ein geeignetes Medium aus. Danach kann man sich entscheiden, ob man die zu sichernden Dateien selbst auswählt, oder ob man Windows diese Arbeit überlässt. Als Laie macht hier die erste Auswahl absolut Sinn, da hier alles wichtige gespeichert wird (auch unser oben oft verwendeter “Persönlicher Ordner”.

Sicherung 2

Klickt man nun auf weiter, wird noch einmal eine Zusammenfassung gezeigt und man sieht ganz unten sogar, dass ein Zeitplan für die Sicherung vorgeschlagen wird. Wenn man die Sicherung so abschließt, fordert einen der Assistent bei Bedarf zum Einlegen der CDs auf und sagt Bescheid, wenn das Backup fertig ist.

Sicherung 3

Insgesamt für mich eine einfache, aber effektive Lösung um eine Sicherung der eigenen Daten zu erstellen und auch direkt daran erinnert zu werden. Nun sage mal einer, dass Windows-Rechner zu kompliziert sind.

P.S.: Auch XP bringt schon ein Sicherungstool mit, nur ist es noch etwas einfacher gestrickt und nicht ganz so schön Assistenten-geführt. Die Kollegen der Chip haben aber dafür einen guten Artikel geschrieben, der alles 1a erklärt.

Weiter geht’s bei Gelegenheit im nächsten Teil. Es fehlen noch die ganz automatischen Lösungen.

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