Rammstein in der Frankfurter Festhalle
Polarisieren tun sie, und indiziert sind sie auch – eine gute Voraussetzung für reichlich PR. Und so war die Festhalle in Frankfurt auch blitzschnell ausverkauft und damit gestern Abend gut gefüllt, als Rammstein unterstützt von Combichrist dort auftraten.
Als wir gegen kurz vor 20 Uhr vor der Halle ankamen, war nichts davon zu spüren, dass schon seit 18:30 Einlass war. Die Menschenmassen waren riesig und die Ordner etwas überfordert, naja, man kann ja auch nicht damit rechnen, dass es bei einem ausverkauften Konzert voll wird.
Egal, rein und die letzten paar Stücke von Combichrist angeschaut. Ist nicht ganz so mein Fall gewesen, zu viel utz utz und zu wenig Abwechslung, aber man hatte schon schlimmeres gesehen. “Fucked up music for fucked up people” halt. Wer’s dennoch mag, geht einfach morgen in die Batschkapp, da spielen sie noch einmal.
Um 21 Uhr gingen dann die Lichter aus und im Stile von Pink Floyds Wall schlugen sich die beiden Gitarristen ein Loch durch eine Mauer aus Styroporsteinen auf die Bühne. Licht an und ab ging die Post. Das “Rammlied” eröffnete die Show auf der leider ziemlich niedrigen Bühne und das Publikum war direkt dabei. Das Setup war an alte Industrieanlagen angelehnt, rostige Rohre, riesige Ventilatoren und Tesla-Spulen beherrschen die Optik. Nach ein, zwei Liedern wurde auch klar, warum so niedrig gebaut wurde – die Flammenwerfer am Bühnenboden hätten sonst schwarze Löcher in der Hallendecke hinterlassen.
Insgesamt war es sowieso eine Show für die Augen, wie man es erwartet hat. Flammenwerfer bei vielen Songs (Feuer frei bietet sich da ja geradezu an), bombastische Lichteffekte, Pyrotechnik von der Bühne bis zum Mischpult. Bei “Pussy” wurden die ersten Reihen mit einem Orgasmus aus der Schaumkanone bedient. Klanglich ebenfalls gut, bis darauf, dass die Stimme Till Lindemanns teils ganz wegfiel, teils zu laut ausgesteuert war, so dass man ein Kratzen über die Anlage hörte.
Nach 75 Minuten war erst einmal Feierabend, es folgte aber natürlich noch die Zugabe mit Seemann Haifisch, bei der Flake der Keyboarder ein Gummiboot bestieg und seine Runde durch die Zuschauermenge drehte. Immer ein Highlight. Als letztes gab es noch Engel mit bombastischem Ausklang und das Publikum wurde entlassen. Sehr geile Show, kann man jederzeit wieder machen.
Chaos gab es zum Schluss noch einmal an der Garderobe. Keine Ordner in Sicht, keine Orga, die irgendwie dafür sorgte, dass ankommende und gehende sich nicht in die Quere kamen. Nach 15 Minuten übelstem Gedrängel hatte man irgendwann seine Jacke. Werde ich mir merken – Festhalle nur noch mit Klamotten, die man bei sich halten kann.
Edith sagt: Playlist muss ich nochmal suchen, nichts aktuelles gefunden.
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Seeman und Rosenrot waren nicht im line up und wurden nicht gespielt…flake ist zu Haifisch mit dem boot unterwegs gewesen…
Stimmt, playlist passt nicht. Dachte, ich hätte bei der Suche nen Treffer gelandet, war aber zu schnell gewesen. Ich habs korrigiert, danke.