Schumachers Comeback bei Mercedes – oder wie man eine Legende demontiert

Dezember 23, 2009

Die Bild berichtet als erste über Schumachers Rückkehr in die Formel 1 – passt perfekt zu dieser Nachricht, dafür braucht es große Lettern. Michael Schumacher wird in der nächsten Saison für Mercedes fahren, die Marke, bei der er 1990 seine Profi-Karriere angefangen hat und die ihm den Einstieg in die Formel 1 finanziert hat.

Michael Schumacher Aber zur Legende machte ihn weder Mercedes noch sein altes Formel 1 Team Benetton, sondern Ferrari. Dort baute er zusammen mit Ross Brawn, der auch jetzt wieder Teamchef ist, aus einem mäßig erfolgreichen Team den Rennstall überhaupt und schaffte, was kein anderer geschafft hatte – 5 Weltmeistertitel in Folge (zusätzlich zu den 2 bei Benetton). Schumacher ist das Symbol für Ferrari und umgekehrt. Im Pixar-Film “Cars” hat er eine Gastrolle als “eine echte Michael-Schumacher-Ferrari”, und das auch in der US-Originalfassung, was sehr viel über seinen Bekanntheitsgrad aussagt (fragt mal einen Amerikaner nach der Formel 1).

Der Wechsel zu Mercedes wird der Marke vor allem ein neues Werbegesicht einbringen, zusammen mit Nico Rosberg gibt es erstmals ein rein deutsches F1 Team. Schumacher hat sich unter den Ferrari-Fans sicherlich Feinde gemacht, aber der Umsatzeinbruch für die Nobelmarke wird sich in Grenzen halten.

Viel schwerer wiegt für mich die Demontage des sportlichen Erfolgs. Schumacher ist zurückgetreten, als er erfolgreich war. Egal, wie er nun wiederkommt, ob mit Erfolg oder auch ohne, es wird ihn sicherlich nicht weiterbringen. Bisher hat jeder Sportler nach seinem Rücktritt mit Rückkehr schnell wieder die Segel streichen müssen, weil man an die eigene Legende einfach nicht mehr herankommt. Warum macht man so etwas? Haben ihm die Hobby-Motorradrennen nicht mehr den Kick gegeben? Hat Mercedes mit zu viel Geld gewunken? Schaut ohne Schumacher wirklich kein Mensch mehr Formel 1?

Ich finde es anerkennenswert, wenn man auf dem Höhepunkt seines Erfolges zurücktritt, das Parkett den jüngeren überlässt und wie Schumacher bisher im Hintergrund weiterhin die Fäden ziehen kann, ohne ständig im Rampenlicht zu stehen. So etwas zeugt von Größe. Sich dann wieder vorzudrängeln (oder vorschieben zu lassen) hat einfach nicht den Stil und man steigt von der Legende zum Helden ab. Schade.

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