Olympia im Geschwindigkeitsrausch

Februar 18, 2010

langlauf Ein Rodler stirbt kurz vor der Eröffnung, die Abfahrtsläufe ähneln eher einer Stuntshow und selbst Langläufer scheiden aufgrund zu hoher Kurvengeschwindigkeiten aus dem Rennen aus.

Man hat das Gefühl, dass die Veranstalter nur noch durch noch spektakulärere Streckenführung und noch mehr Risiko gewinnen wollen. Die Gesundheit der Sportler scheint egal, Hauptsache, der Adrenalin- und Medallienspiegel stimmt.

Aber Olympia soll doch mehr sein, ein Fest für Sportler, ein Fest für Zuschauer. Nicht nur die Rekordjagd soll belohnt werden, sondern der sportlerische Geist. Gerade zu Olympia kommen Sportarten ins Fernsehen, die die meisten sonst eher überhaupt nicht kennen – oder wer schaut sonst Curling oder Boardercross?

In anderen Top-Speed-Sportarten wie beispielsweise der Formel 1 hat man erkannt, dass es die Spannung macht, nicht das Risiko. Dort sind Turbomotoren seit langem verboten, die Autos werden von Saison zu Saison langsamer. Dem sportlichen Anspruch schadet das nicht.

Ich für meinen Teil fand die Jubelsprünge des deutschen Rodel-Duos über die Bronzemedallie toll, die Vorentscheidung im Langlauf-Sprint der Damen, wo es um eine Zehenbreite ging, spannend. Auch Kanadas Eishockeyspieler, die die armen Norweger mit 8:0 vom Eis fegten sind eine Meldung wert und haben Spaß gemacht. Gerade die außergewöhnlichen Nachrichten machen die olympischen Spiele doch immer so interessant (wer erinnert sich noch an Eddie the Eagle?). Lasst uns doch wieder auf die schönen Sportmomente konzentrieren und nicht immer nur auf der Jagd nach der nächsten Sensation sein.

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One Response to “Olympia im Geschwindigkeitsrausch”

  1. Also was im Moment betrieben wird ist echt unter aller sau. Ich kann dir nur recht geben, dass es um das Risiko geht und die Sportler allen absolut scheiß egal sind.

    Nun, ich bin eigentlich absoluter Olympia Fan und liebe aufeinmal Sportarten die ich normal nicht schaue. Aber was im Moment wegen der Geschwindigkeit abgeht ist nicht gut. Es ist genau so, dass die Spannung es macht und ich bekomm ein übles Kribbeln, wenn sich da ein Deutscher über Bronze, Silber oder Gold so richtig Freut. Ich bekomme eine Gänsehaut wenn nach einem Spannenden Rennen die Deutsche Nationalhymne ertönt. Aber richtig geil ist das Gefühl eben nur, wenn es Spannend war :-)

    Wenn es “alltag” wird ist es auch nicht gut.

    Gruß
    Timo

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