Warum funktioniert Filmpiraterie?

Februar 26, 2010

Die Tage bin ich bei Lifehacker auf ein interessantes Bild gestoßen, dass mal wieder den Nagel auf den Kopf trifft. Warum funktioniert Filmpiraterie so gut? Weil den Kunden das geboten wird, was sie wirklich wollen, den Film.

Movie PirateUnd es geht nicht nur um den Inhalt einer DVD, den man sich hart erkämpfen muss, im Kino sieht es nicht besser aus: Wenn ich ins Cinestar hier in Mainz will, ist die Karte online teurer!, als wenn ich sie reserviere und vor Ort abhole. Dafür muss ich denn 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn dort sein. Sitzt man pünktlich im Kino, gibt’s erst einmal Werbung, dann den Eismann, dann mehr Werbung, ein paar Trailer, die Warnung, dass man bitte nicht abfilmen soll und irgendwann mal den Film. Ach ja, und erwähnte ich schon, dass es auch nicht gerade förderlich ist, dass die deutsche Version eines Filmes oft Monate nach der englischen erscheint und ich die Originalversion natürlich NICHT zum US-Kinostart bei uns anschauen kann?

Auch bei der Musik sieht es schlecht aus. Ich hatte ja schon einmal darüber geschrieben, dass ich mir gerne die aktuelle CD vom Trans-Siberian-Orchestra als MP3 kaufen wollte. Ging nicht – kein einziger Downloadshop in Deutschland bot das Teil an. Im US-Shop von amazon hätte ich einkaufen können, durfte aber nicht, weil falsches Land. Das geht seit Jahren so und die Musikindustrie heult über ihre Umsätze. Da kann man nur sagen, selbst Schuld wenn ihr nicht rafft, was die Kunden wollen. Beim DRM hat es doch auch funktioniert, man hat dazugelernt und verzichtet Großteils bei Musik darauf.

Wenn ihr die Kunden wieder dazu bringen wollt, sich die Originale zu kaufen, dann muss ein Original einfacher zu bekommen sein als die Kopie und vor allem nicht mit irgendwelchem sinnlosen Mist aufgeladen sein, den man nicht überspringen kann.

Und glaubt ja nicht, dass eine illegale Kopie in irgendeiner Version der DVD nachhängt. Die Bildqualität ist einwandfrei, ich kann verschiedene Tonspuren wählen und kann sie mir jederzeit wieder herunterladen. Heruntergeladene Alben kann ich mir zum Releasetermin besorgen, inklusive Coverbild und allen Texten (die ich bei Kauf-CDs oft nicht bekomme).

Also bitte – lernt doch endlich einmal dazu. Ich will euch wirklich gerne Geld nachwerfen, gebt mir doch die Chance.

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One Response to “Warum funktioniert Filmpiraterie?”

  1. Also, “Geld nachwerfen” muss sich für mich schon wirklich lohnen. Ich würde mir wirklich nur das Original holen, also die CD im Laden, oder mittlerweile, wenn vorhanden, auch viel lieber die Schallplatte, wenn sich das wirklich lohht und ich die Möglichkeit habe, mir das Probeweise irgendwo anhören zu können. Denn nur wenn ich ein wirklicher Fan der Musik bzw der Band bin, dann hol ich mir auch das Original.
    Mp3 laden ist billiger, aber man hat nichts in der Hand, was für mich ein echtes Problem darstellt. Ich möchte von meinem Libelingsinterpreten nicht nur eine Mp3-Datei irgendwo auf dem Pc haben, ich brauch was zum ins Regal stellen…das gehört zum Musiksammeln dazu.
    Die Musik-und Filmindustrie kann einfach nicht mehr mit den Entwicklungen im Netz mithalten, wenn sie nicht Kompromisse eingeht und bereit zum Umdenken ist. Klar kostet Innovation imemr Geld, Mühe und Personal mit guten Ideen,…aber wenn die potentiellen Käufer schon gute Iden vorgeben, indem sie ihre Wünsche nennen, dann sollte das auf jeden fall schonmal der erste Schritt für den richtigen Weg der Musik-/Filmindustrie sein.
    Danke dir für deinen Beitrag, der auch bei mir Zuhause nachher eine angeregte Diskussion und Debatte entfachen wird:-)
    Gruß,
    Franka

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