Konzertreview: Rage, Powerwolf, Jaded Heart und Seven in Speyer

März 13, 2010

Strings to a web tour Gestern Abend mal wieder in Speyer in der Halle 101 gewesen, um Peavy Wagner und seinen Mannen zu helfen, ihr neues Album “Strings to a Web” zu promoten (sprich, ich war zahlender Zuschauer).

Zuerst gab’s mit Seven aus der Tschechischen Republik ein bisschen Hardrock zum Aufwärmen, ganz nette Musik, kann man sich auf jeden Fall anhören. Highlight war der Song “The whales sing”, ein Instrumental mit Walgesang-ähnlichem Spiel auf der Gitarre. Klang fast schon ein bisschen nach Pink Floyd.

Hintendran folgten Jaded Heart, eine schwedisch-deutsche Power Metal-Combo, sozusagen unser Star für Oslo für diesen Abend. Von der Musik her nach 3 Stücken ein bisserl langweilig fand ich. Der Stimmung in der Halle hat’s auf jeden Fall keinen Abbruch getan, die Leute ließen sich gut unterhalten – ZZ Top spielen ja auch seit 20 Jahren nur ein Lied und es kommt gut an.

Powerwolf Die erste Band, die vom Publikum richtig erwartet wurde war dann Powerwolf. Die etwas längere Umbaupause gestaltete die Bühne in eine Kathedrale um (erinnerte mich übrigens vom Stil sehr an die aktuelle Tourdeko von Dropkick Murphys), was dem Motto Metal is Religion ja gut steht. Attila der Sänger kam in Ornat und mit Weihrauchschwenker auf die Bühne, seine Kollegen waren ebenfalls passend gewandet und geschminkt. Schon mit dem ersten Lied war die Stimmung top, die Band spielt perfekt mit dem aufgebauten Klischee und das Publikum lies sich mitreißen. Bei keinem Lied kam Langeweile auf, es wurde durchgeknüppelt, so etwas überflüssiges wie Balladen direkt weggelassen. Sehr geil.

Victor Erst um 22:30 ließen sich dann Peavy Wagner, der Ausnahmegitarrist Victor Smolski und Andre Hilgers alias Rage auf der Bühne blicken und begannen direkt mit Songs des aktuellen Albums – was heißt begannen, die ersten paar Stücke waren alle vom “Strings to a web”, nur unterbrochen durch “Drop Dead” von “Carved in Stone”. Der Menge gefiel es und Victor bedankte sich dann auch für den guten Empfang der neuen Stücke und meinte, nach den Best-of-Touren der letzten Jahre musste einfach mal eine ganz neue Setlist her. Die bestand dann auch in der Tat aus vielen Stücken, die man noch nicht live gehört hatte. Ich muss allerdings gestehen, dass ich doch einige Knaller wie “Firestorm” oder “Solitary Man” wenigstens bei der Zugabe gerne gehört hätte. Irgendwie hatte mir die letzte Zusammenstellung besser gefallen, aber ich verstehe auch, wenn man als Band nach 25 Jahren mal was anderes spielen mag. Egal, Stimmung auf der Bühne und im Publikum gut, dank Andre am Schlagzeug auch keine 10 Minuten Mike-Terrana-Soli mehr zu hören und die neuen Songs hauen auch rein. Hätte nur noch ein bisschen länger sein dürfen.

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