Perfekter Prog-Rock – Pendragon im Colos-Saal Aschaffenburg
Es gibt Konzerte, die sind einfach gut – so wie heute Abend Pendragon im Colos-Saal Aschaffenburg. Die Band war in guter Form, der Sound war gut, das Publikum direkt vom ersten Lied an bester Stimmung; es passte einfach.
Unter der Woche geht’s im Colos-Saal immer etwas früher los und so starteten die englischen Prog-Rocker um Nick Barrett so gegen 20:15 mit ihrem Set. Die 4 Briten legten los und die Zuschauer im leider nur gut zur Hälfte gefüllten Club waren sofort mit dabei. Wie bei Prog so oft üblich nicht unbedingt mit vollem headbangenden Körpereinsatz, aber man sah hier ein Kopfnicken, dort ein Trommelsolo auf der Hose und auch nur die kleinste Aufforderung zum klatschen wurde befolgt. Musik zum Zuhören eben.
Und zu hören gab es einen guten Mix aus Tracks des aktuellen Albums Pure und älteren Stücken. Gespielt wurde nicht nur die simplen, eingängigeren Stücke, denn gerade die komplexen Songs machen Prog-Rock erst richtig aus; neben “Comatose” mit über 15 Minuten Laufzeit gab es dann noch als Opener der Zugabe nach 2:15 “Masters of Illusion”, einen meiner absoluten Favoriten.
Den kompletten Abend über konnte man Nick durch seine in großartigem britischen Englisch (und ziemlich bescheidenen Deutsch) gehaltenen Ansagen ansehen, wie viel Spaß es den Jungs macht. Auch Scott Higham an den Drums konnte sich bei einigen Stücken nicht einbekommen, so dass sich die gute Stimmung einfach übertrug (Gut, die Mimik von Clive Nolan am Keyboard erinnert eher an die Bandbreite von Schwarzenegger, aber man verzeiht es dem Virtuosen). Beim letzten Track kam Nick noch einmal ins Publikum, das wieder dankbar die Fotohandys zücken konnte.
Kurzum, wer nicht dabei war, hat etwas verpasst – als Alternative kann ich nur die “Concerto Maximo” als aktuelle Live-DVD anbieten, aber ein wirklicher Ersatz ist das nicht.
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