Ausweis für das Internet – der BDK macht sich wieder beliebt
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter hat ja schon mit seinem Notrufknopf für das Internet Inkompetenz auf dem Gebiet der Technik bewiesen und scheint dieses Image nun pflegen zu wollen.
In einem Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung (bisher leider nirgendwo komplett online gefunden, nur in Teilen) wird wohl ein 15 Punkte Plan für die Sicherheit im Internet gefordert. Neben durchaus sinnvollen Punkten wie die Einführung von Spezialeinheiten auf dem gebiet gibt es auch ein paar echte Kracher:
Wer das Internet für Käufe, Online-Überweisungen, andere Rechtsgeschäfte oder Behördengänge nutzen will, sollte sich zuvor bei einer staatlichen Stelle registrieren lassen müssen.
Genau, bitte sofort, und nur ab 18 oder mit Schufa-Absicherung – Ironie aus. Das heißt wir bauen nun eine Infrastruktur auf, um Einkäufe zwischen deutschen Händlern und deutschen Käufern abzusichern. Dass das Internet auch Verbindungen in andere Länder hat und man durchaus auch einmal bei einem Händler aus den USA einkauft, wurde wohl nicht bedacht. Aber vielleicht richtet man auch Grenzkontrollen im Internet ein, die man dann mit einem aktualisierten Schengener Abkommen wieder abbauen kann.
Auch gut ist folgendes:
Zudem solle die Polizei das Recht bekommen, "Trojaner, Viren und Schadprogramme von privaten Rechnern entfernen zu dürfen", die zuvor von Kriminellen unbemerkt gekapert worden seien. "Gegenwärtig gibt es hier eine riesige rechtliche Grauzone".
Ich finde es gut, dass mein Rechner eine Grauzone ist, auf der Herr Jansen (Chefe des BDK) nichts zu suchen hat. Wer entscheidet, was ein Trojaner ist? Die gleichen Idioten, die Programme, die zur Netzwerkabsicherung dienen (alias Hackertools), als Schadsoftware eingestuft haben? Sorry Leute, mit diesen Aussagen schießt ihr euch echt ins Abseits.
Nachzureichen ist noch, dass ich bisher nirgendwo die kompletten 15 Punkte im Internet gefunden habe, aber vielleicht ist der BDK ja bei der Ausweiskontrolle gescheitert
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