Rage, Sons of Seasons und ein tauber Tontechniker

Dezember 12, 2010

Am Samstag rief wieder einmal der Colos-Saal in Aschaffenburg, Rage mit Vorband Sons of Seasons (die die eigentlich eingeplanten Black Thunder Ladies ersetzen) waren am Start.

Sons of Seasons ist das Nebenprojekt des Kamelot-Keyboarder Oliver Palotai und genauso hörte sich das ganze auch an. Technisch perfekte und komplexe Musik, aber irgendwie so komplex, dass ich dazu einfach keinen Zugang finde – oder anders gesagt: total langweilig. Aber das ist meine persönliche Meinung. Aber egal, nach knapp 45 Minuten war das ganze vorbei und Rage kamen auf die Bühne.

RageWer hier ab und an liest weiß, dass ich von dem Dreiergespann mit Peavy, Victor und Andre extrem viel halte. Druckvoller Metal, ab und an gepaart mit Orchestersounds, präsentiert vom stets gutgelaunten Peavy Wagner. Aber irgendwie war der Wurm drin. Nach einem lauten Krachen (sollte wohl ein Effekt sein) ging’s los und bei den ersten zwei Songs war der Bass praktisch nicht zu hören. Es wurde ein bisschen auf der Bühne gefummelt und danach war alles ein bisschen lauter, aber Bass und Gitarre bei einigen Tönen derart dröhnend, dass der ganze Laden mitvibrierte. Normalerweise kein Thema, ein bisschen einregeln und nach ein paar Liedern stimmt der Sound – wenn da nicht der taube Tontechniker wäre. Bis Konzertende tat sich nix, der Klang war scheiße, anders kann man es nicht beschreiben.

Hinzu kam, dass mir die Songauswahl nicht so wirklich zugesagt hat. Viele neue Stücke sind an und für sich eine gute Sache, aber ab und an mal etwas einspielen, das die Fans immer wieder hören wollen, macht selbst nach 25 Jahren Bandgeschichte Sinn. Kein “Solitary Man”, kein “Firestorm”, kein “Enough is enough”. Wenigstens ein Medley wie auf einige Konzerten vorher hätte ich gerne gehört. Mir ging das schon beim letzten Konzert in Speyer ähnlich, aber liegt vielleicht auch daran, dass ich schon auf zu vielen guten Rage-Konzerten war. Die Erwartungshaltung ist hoch und gestern wurde ich ziemlich enttäuscht.

Den Rest des Publikums schien das nicht zu stören, die Stimmung war da und am Ende meinte Andre Hilgers noch “Ihr dürft euch klein-Wacken nennen”. Na gut, aber ich spare mir erst einmal die nächsten Rage-Konzerte.

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