Van Canto durch den Hintereingang

Januar 7, 2011

Für gestern Abend waren Van Canto im Nachtleben eingeplant, aber schon kurz nach der Ankündigung des Konzerts wurde die Veranstaltung in die Batschkapp verlegt – nicht wirklich unerwartet, da die Wohnzimmergröße des Nachtlebens (300 Plätze) locker geknackt wurde und nicht lange danach auch für die Batschkapp ein “ausverkauft” am Plakat klebte. Klarer Nachteil: Die Batsche ist unglaublich eng und heiß, wenn sie ausverkauft ist; es wartete also ein stressiger Abend auf meine Frau und mich.

Zu Veranstaltungsbeginn da gewesen, die Garderobe wurde nach 15 Minuten anstehen als “voll” deklariert, gut, dann halt mit Jacke reinzwängen. Weit kamen wir nicht, am Eingang übelstes Geschiebe, nach 2 Metern drehten wir um und wollten gehen. Ich wurde beim rausgehen noch von einem Security-Menschen angesprochen, warum ich direkt wieder raus bin und habe ihm gesagt, dass der Schuppen so gestopft ist, dass man nicht durchkommt – kam wohl nicht so gut an, aber das Gespräch wurde von einem anderen aufgeschnappt und der packte kurzerhand seinen Schlüssel, meinte vor der Bühne sei locker noch Platz und er bringt uns durch den Backstage-Bereich rein – gesagt getan und nach ‘nem kleinen Weg durch verschlossene Türen und über Treppen waren wir vor der Bühne. Sehr cooler Zug, schöner Gruß an den unbekannten hier.

Orden Ogan waren mit ihrem Programm schon fast durch, ich hatte die Band eh letztens mit Freedom Call gesehen. Als Aufwärmer auf jeden Fall in Ordnung, ordinärer Powermetal halt. Für mich kein Highlight, aber es gibt schlimmeres. Die Stimmung war auf jeden Fall jetzt schon top. Geschätzte Innentemperatur: 35 Grad.

Der zweite Act war In Legend, das Projekt des Van Canto-Schlagzeugers Bastian Emig. In Legend werden als “Hand hammered piano craft” beschrieben, und so klingt es auch. Emig spielt hier Keyboards und singt, dazu ein Basser und Drums machen die Band komplett. Teils sehr komplizierte Musik, manchmal auch ein treibendes Stück wie Pandaemonium kommen beim Publikum und bei mir gut an. Im März kommt die CD raus, man darf gespannt sein. Geschätzte Innentemperatur: 42 Grad

Dann endlich gegen 22:30 kommen Van Canto auf die Bühne und werden frenetisch bejubelt. Fetter erster Song und dann erst mal Pause – der Drummer hört nix auf dem Monitor. Zeit für ein paar Geschichten der Silvesterfeier und den zugehörigen Pannen. “Wishmaster” ist wohl ohne Monitoring spielbar, danach ist wieder eine längere Pause angesagt. Nachdem das Publikum eine Gasse für den Techniker gebildet hat (ja, es war immer noch sackvoll), löste sich das Problem irgendwann und es ging weiter. Cover wechseln sich mit Eigenproduktionen ab, das Publikum macht alles begeistert mit. Die A Capella Metal Truppe kam super an, obwohl Sly der Leadsänger mal wieder angeschlagen war: ein Zahn musste am Tag des Konzerts raus. Ich glaube, ich habe noch kein Van Canto Konzert ohne Gesundheitsprobleme der Band gesehen, Durchfall, Stimmprobleme, etc.

Egal, die Stimmung war top, die Band super drauf. Abgesehen von den inzwischen 63 Grad in der Halle war das Konzert top, würd ich immer wieder machen.

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